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Das perfekte Verbrechen

"Das perfekte Verbrechen" (Fracture) ist ein Film, dem ich einiges abgewinnen konnte, obwohl er über weite Strecken gar nicht auf fremden Planeten spielt, kaum Aliens drin vorkommen und so gut wie keine Raumschiffe darin zu sehen sind. Auch Laserschwerter sind in kaum nennenswerter Anzahl Bestandteil der Kampfszenen. Daher fällt er wohl in die Kategorie "guter alter Thriller". Anthony Hopkins spielt, gefühlte drei Jahrzehnte nach dem Schweigen der Lämmer, wieder einmal einen Verbrecher, der seiner Umgebung an Scharfsinn und krimineller Energie um Lichtjahre (ha, jetzt habe ich doch einen Begriff aus der science fiction unterbringen können!) voraus ist. Der untersetzte ältere Herr Theodore Crawford mit dem "Ferien des Monsieur Hulot"-Gedächtnishut auf dem Kopf ist nämlich nicht zu unterschätzen. Oder nicht zu überschätzen, je nachdem, wie man es sehen will. Er ist als Chef von Crawford Aeronautics von großer Brillanz und technischer Begabung, sehr gründlich und gewandt, und außerdem ist er auch noch stark daran interessiert, seine erlittenen Demütigungen zu rächen. Quasi vor den Augen der Polizei (Lieutenant Nunculaminari oder so ähnlich) begeht er einen Mord, gesteht diesen auch und sorgt dennoch dafür, dass er nicht schuldig gesprochen werden kann - aus sehr sehr triftigen Gründen, legalen allesamt. Denn auch dort zeigt sich Crawford ebenso gut bewandert wie auf dem Gebiet der Luftfahrttechnik, und er ist mit allen Wassern gewaschen. Den von Ryan Gosling gespielten jungen Staatsanwalt Willy Beachum (nicht Willy Slocum, wie er anderswo genannt wird), der gerade einen Karrierwechsel hin zu einer ganz großen Kanzlei in Los Angeles plant, bringt er damit mächtig aus dem Konzept, denn dieser verspricht sich noch einen sehr leicht abzuschließenden Fall, bevor er sich der Mitarbeit bei "Wooton und Schelmi" (oder so ähnlich) voll und ganz widmen will. Und der Arbeit an seiner neuen Vorgesetzten (gespielt von Rosamund Pike)... Beachum ist eigentlich daran gewöhnt, Fälle zu gewinnen, aber an Crawford beißt er sich alles aus, was er so an Zähnen hat. Die Verhandlungen vor Gericht, bei denen Crawford die Verteidigung selbst führen will, gehen schief, weil Beachum sie unterschätzt und so ein wenig zu sehr auf die leichte Schulter nimmt. Mit Wooton und Schelmi läuft es bei Beachum auch sehr holprig, und ob Rosamund Pike ein Dauerinventar in Beachums Leben wird, ist äußerst fraglich. Dafür geht alles Andere tüchtig schief. Ins Fäustchen lacht sich derweil der teuflische Crawford und gerät durch seine heimtückischen, wie ein Uhrwerk ablaufenden Einfädelungen immer mehr an den längeren Hebel. Gegen manche seiner Opfer muss er nicht einmal mehr den eigenen Finger erheben. Tja, man sollte sich seine Gegner eben vorher gut aussuchen! Ein paar neue englische Wörter kann man auch lernen bei diesem Film, die man sonst nicht so im Hausgebrauch hat. Bulkhead zum Beispiel (ein Schott) oder femoral artery (Arteria femoralis, hm, sagt einem auch nichts? Oberschenkelarterie ...) und den Ausdruck "to stack the deck" (wörtlich ein Kartenspiel so präparieren, dass die ausgeteilten Karten zum eigenen Vorteil sind). Und wer weiß, was ein bailiff ist? Ja, nach dem Film weiß man's schon, wenn man immer schön die englische Tonspur guckt... Smile Mit der Altersfreigabe ab 12 aber, naja, ich weiß nicht so genau. Das Verbrechen wird nicht in ganzer Deutlichkeit gezeigt, aber es ist nicht ohne. Und wenn man sich für ab 16 entschieden hätte, wäre auch in Hinsicht auf Körperlichkeit mehr drin gewesen Wink

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